Hitzestress bei Rindern

Eine anhaltende Hitzewelle, wie wir sie in diesen Tagen immer wieder erleben, ist eine enorme Belastung für die Rinder. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr von Dehydratation, zentralnervösen Erscheinungen, Kreislaufversagen oder sogar Tod. Die ersten Anzeichen von Hitzestress sind eine reduzierte Futteraufnahme und eine verminderte Wiederkautätigkeit (geringere Wärmeproduktion im Verdauungssystem), ein Nachlassen der Milchleistung sowie verminderte Bewegungs- und Brunstaktivität. Dies kann bereits ab einer Temperatur von 25 °C der Fall sein. Rinder können über Schweissdrüsen auf der Haut wie wir Menschen schwitzen, um überschüssige Wärme abzugeben. Eine andere Möglichkeit ist die Wärmeabgabe über die Atmung. Häufig sieht man deshalb Kühe mit einer stark pumpenden Atmung. Nicht selten steigt die Körperinnentemperatur durch Hitzestress auf über 40 °C. Während der Hitzetage sollten die Kühe am Schatten und wenn möglich mit verstärkter Luftzirkulation (z.B. Ventilatoren) gehalten werden. Selbstverständlich ist auch auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Als Abkühlung dient den Tieren auch eine Dusche mit kaltem Wasser.

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Einem sehr grossen Hitzestress sind hochtragende Tiere ausgesetzt. Der Geburtsablauf kann verzögert sein. Deshalb gilt der Beobachtung der Abkalbephase im Sommer besonderes Augenmerk.

Falls Kühe plötzlich anhaltende Maulatmung oder einen taumelnden Gang zeigen ist dies ein Zeichen von hochgradigem Hitzestress. In diesem Fall sollten sie sich sofort an uns wenden.

Nebst dem Hitzestress hat der Sommer noch weitere negative Einwirkung auf unsere Rinder. Die Tiere können sich an der Sonne die Euterhaut oder die Zitzen verbrennen. Daneben sind Fliegen ein lästiges Problem. Dagegen hilft Butox Pour-on als Rückenguss. Das Mittel kann bei uns bezogen werden. 

Quelle Bild: https://adisagroblog.wordpress.com - Monika Schlatter

Integrierte Tierärztliche Bestandsbetreuung (ITB)

In den letzten Jahren hat sich die integrierte tierärztliche Bestandsbetreuung (ITB) für viele Milchviehalter und Schweineproduzenten als effiziente Form der Zusammenarbeit zwischen Produzent und Tierarzt etabliert. In unserer Praxis bieten wir diese Dienstleistung seit rund 30 Jahren an.

Zielorientierte Bestandsbetreuung beinhaltet Bestandsbesuche in einem vorgegebenen regelmässigen Rhythmus. Der Datenfluss zwischen Landwirt und Tierarzt bildet die Basis für den einzelnen Besuch auf dem Betrieb. Während des Bestandsbesuchs werden die offenen Fragen gemäss einer vorgegebenen Aktionsliste bearbeitet und entsprechend den betriebsspezifischen Produktionszielen Lösungen formuliert und umgesetzt. In einer Milchviehherde z.B. sind dabei die wichtigsten Elemente die Frühträchtigkeitsdiagnose, die Überwachung der Eutergesundheit sowie die Fütterungsbegleitung.

Im Zusammenhang mit der aktuellen öffentlichen Diskussion um den Einsatz von Antibiotika und der verbundenen Resistenzproblematik in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, kann die ITB ein Schlüsselinstrument zur weitsichtigen und nachhaltigen tierischen Lebensmittelproduktion sein. Die ITB wird im Rahmen der Labelproduktion in den nächsten Jahren daher an Bedeutung gewinnen.